Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 7. Dezember 2010
Deutschland torpediert Eurorettung
Die Euroländer wollen den milliardenschweren Rettungsfonds für hochverschuldete Staaten vorerst nicht aufstocken. Darauf verständigten sich die Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel. Damit wurde auch der Vorschlag gemeinsamer Euro-Anleihen (Euro-Bonds) abgelehnt, den Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker und Italiens Finanzminister Giulio Tremonti gemacht hatten. In beiden Fällen war das Nein Berlins ausschlaggebend, kritisiert die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Manch einer gab sich der Illusion hin, die Märkte würden sich nach der Billigung des Hilfspakets für Irland und der Übereinkunft für einen automatischen Krisenmechanismus ab 2013 beruhigen, und die Krise des Euro könne allmählich überwunden werden. Dem ist nicht so. Wir befinden uns mal wieder vor der üblichen Sisyphusarbeit. ... Denn das Einvernehmen zur Schaffung einer europäischen Finanzregierung und dem strikteren Einhalten des Stabilitätspakts wie auch die Schaffung eines glaubwürdigen Rettungsfonds rücken wieder in weite Ferne. ... Leider hat Deutschland, gemeinsam mit den Niederlanden, die Idee der Aufstockung der Hilfsmittel verworfen."
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