Rzeczpospolita - Polen | Dienstag, 7. Dezember 2010
Ungarns Bonität betrifft auch Polen
Die Ratingagentur Moody's hat Ungarns Bonität herabgestuft auf Baa3 und dies mit der nicht vorausschauenden Finanzpolitik begründet. Das Land hat unter anderem eine Reform des Rentensystems verabschiedet, die praktisch dazu zwingt, Privatrenten in das staatliche System zu überführen. Jetzt schwindet auch das Interesse internationaler Anleger an Polen, befürchtet Paweł Czuryło in der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita: "Doch sollte der Schritt der Agentur Moody's auch ein Warnsignal für die polnische Regierung sein. Michał Boni [Staatssekretär des Premierministers] bemüht sich zu erklären, dass die Regierung in der Frage der Rentenfonds nicht den Weg geht, den Ungarn eingeschlagen hat. Ich fürchte jedoch, dass sich kein Investor aus London oder New York so genau mit den Einzelheiten der Reformpläne im Rentensystem auseinandersetzen wird. Wenn er nur hört, dass die Regierung am offenen Rentenfonds herumdoktert, dann denkt er bestimmt: 'Die haben mit Sicherheit ähnliche Probleme. Sie gehen somit den Weg Ungarns, das einen Anschlag auf die privaten Rentenfonds verübt hat.'"
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Finanzpolitik, » Ungarn
Alle verfügbaren Texte von » Paweł Czuryło
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 7. Dezember 2010