Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 15. Dezember 2010
Kapitalerhöhung der EZB ist Krisensignal
Die Europäische Zentralbank (EZB) soll die nationalen Notenbanken zu einer Aufstockung des Grundkapitals der EZB gedrängt haben. Damit will sie sich möglicherweise absichern gegen Verluste aus dem Kauf von Staatsanleihen Griechenlands, Irlands und Portugals. Für die linksliberale Süddeutsche Zeitung ist das ein Hinweis auf die Schwere der Schuldenkrise: "In einem ungewöhnlichen und umstrittenen Schritt hat die EZB massenhaft Anleihen maroder Euro-Staaten gekauft, was Bundesbankpräsident Axel Weber scharf kritisierte. Die Kapitalerhöhung ist ein Indiz, dass die Zentralbanker Verluste bei genau diesen Anleihen befürchten, womöglich sogar Staatspleiten. Die Lage ist ernst. Und die Geschehnisse bei der Zentralbank werden manchen in seiner Vermutung bestätigen, dass noch niemand so recht weiß, wie ernst. ... Besser als jeder Rettungsaktionismus wäre es, wenn die Euro-Partner endlich zusammenfinden. Dazu gehört ein Ende der Wünscherei. Dazu gehört aber auch eine Bundesregierung, die ihre Führungsrolle in Europa neu interpretiert."
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