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Dnevnik - Slowenien | Dienstag, 21. Dezember 2010

Egoismus des Westens destabilisiert Kosovo

Der Abgeordnete des Europarats Dick Marty hat Kosovo Premier Hashim Thaçi in einem Bericht beschuldigt, am illegalen Handel mit den Organen serbischer Gefangener nach dem Kosovokrieg beteiligt gewesen zu sein. Die Tageszeitung Dnevnik fragt, welche politische Strategie dahinter stecken mag, den bereits chaotischen Kosovo mit diesem Bericht noch weiter zu destabilisieren: "Es ist nicht ganz klar, was Europa eigentlich will seit der Anerkennung der Souveränität des Kosovo. So wie zu Zeiten des Bosnienkriegs können sich die europäischen und US-amerikanischen Politiker nicht darauf einigen, wie der Kuchen aufgeteilt werden soll. Deshalb wird jeder ernsthafte Versuch, die Lage ohne sie zu lösen, untergraben. Da sich die Geschäftsinteressen der westlichen Länder bis nach Albanien ausstrecken, wird man auch dort das Recht nicht allzu rigoros einhalten. ... Die westlichen Gerechtigkeitsfanatiker, die immer den Kopf schütteln, wenn es um den Balkan geht, muss man darauf hinweisen, dass sie nicht ganz unschuldig an den heutigen Verhältnissen sind. Denn sie haben selbst auf so manch umstrittene Person gesetzt, wenn es ihnen genutzt hat. Deshalb können sie vor allem unter moralischen Gesichtspunkten anderen jetzt keine Predigt halten."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 21. Dezember 2010

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