Libération - Frankreich | Dienstag, 21. Dezember 2010
Machtkampf in der Elfenbeinküste
In der Elfenbeinküste tobt seit der Präsidentschaftswahl Ende November ein Machtkampf zwischen dem bisherigen Präsidenten Laurent Gbagbo und seinem Herausforderer Alassane Ouattara, den die Wahlkommission zum Sieger erklärt hatte. Die linksliberale Tageszeitung Libération kritisiert die Methoden Gbagbos zur Machterhaltung scharf: "Muss man daran erinnern, dass die Mehrheit des ivorischen Volks ihren Präsidenten nach zehn Jahren absoluter Macht bei den Wahlen abgestraft hat? Genau dies können er und sein Lager nicht akzeptieren. Zwei Wochen nach seiner Niederlage hat Laurent Gbagbo gezeigt, dass er zu allem bereit ist, um an der Macht zu bleiben und weiterhin seine Bezüge zu erhalten. Er verfolgt und tötet seine Gegner, benutzt seine Handlanger, die Jungen Patrioten, um Angst zu verbreiten, und macht die Presse mundtot. ... Der Gbagbo-Klan schürt zudem die Ausländerfeindlichkeit mit dem giftigen Konzept des 'ivorischen Nationalismus'."
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