România Liberă - Rumänien | Donnerstag, 23. Dezember 2010
Land zweiter Klasse
Auch wenn Rumäniens Staatschef Traian Băsescu die Verschiebung des für März 2011 geplanten Beitritts seines Lands zum Schengen-Raum als Diskriminierung bezeichnet, so hat doch Rumänien selbst entschieden in der zweiten Liga zu bleiben, findet die Tageszeitung România Liberă: "Rumänien ist ein zweitklassiges Land geblieben, weil ein Drittel der Menschen hier sagen, dass sie dieses Jahr Schmiergeld zahlen mussten und das zu einer festen Tradition geworden ist. Das Land würde lahmgelegt, wenn man nicht täglich die Funktionäre hinter den Schaltern mit kleinen Geschenken bedächte. ... In Rumänien braucht man 'jemanden' neben sich, wenn man eine öffentliche Einrichtung betritt, denn die ungeschriebenen Gesetze stehen immer über den offiziellen. Rumänien ist ein Land zweiter Klasse, weil sich der öffentliche Raum über Vetternwirtschaft und Geschenke definiert - wie in einer archaischen Gesellschaft. Es ist ein zweitklassiges Land, ... weil es nicht den nötigen Willen zur Modernisierung besitzt und sich lieber dem romantischen Fatalismus hingibt, dass die Westler uns diskriminierten."
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