Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 23. Dezember 2010
Westen behandelt Ungarn unfair
Ungarns rechtskonservative Regierung ist wegen des neuen Mediengesetzes europaweit stark in die Kritik geraten. Die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung findet das unfair: "Ungarns Verfassungsgericht hat unter seinem damaligen Präsidenten Sólyom die Meinungsfreiheit höher bewertet als im Westen üblich. Viele Spinner und Geschäftemacher haben das absichtlich und hemmungslos missverstanden. Über Jahre haben sich angesehene ungarische Intellektuelle wie der Nobelpreisträger Kertész im Lande wie im Westen darüber beklagt, welche Ungeheuerlichkeiten in Ungarn publiziert werden könnten. Und jetzt soll es verwerflich sein, dagegen gesetzliche Mittel aufzubauen? Gerade wer im Westen [den ungarischen Premier] Orbán für einen gerissenen Politiker hält, dem alles zuzutrauen sei, sollte ihm soviel politischen Verstand zubilligen, dass er sich nicht mit seiner Partei in seinem Zehn-Millionen-Land isolieren will, während ihm die Verachtung ganz Westeuropas entgegenschlägt."
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