taz - Deutschland | Montag, 3. Januar 2011
Griechischer Grenzzaun ersetzt faire EU-Politik
Griechenland will mit einem Grenzzaun zur Türkei den Flüchtlingsstrom in die EU stoppen. Das wird Menschen aus dem Irak, Afghanistan und Afrika nicht davon abhalten, ihr Leben zu riskieren, um die Existenz ihrer Familien zu sichern, kritisiert die linke tageszeitung: "Diese Politik ist nicht nur zutiefst inhuman, sie ist auch erfolglos. Jeder weiß, dass eine Lösung des Problems darin besteht, die legale Einreise nach Europa zu erleichtern. Oder darin, den Menschen auch bei sich zu Hause eine Chance zu geben. Bislang tut Europa ja nicht einmal das Naheliegende. Die EU muss endlich ernst machen mit ihrem Versprechen, faire Bedingungen für die afrikanischen und asiatischen Nachbarn zu schaffen. Wenn die unfaire Subvention europäischer Agrarprodukte endlich aufhört und Europas Fischereiflotten nicht mehr die afrikanischen Küsten leerfischen, würden wesentlich mehr Menschen dort bleiben. Erst zerstört Europa die Lebensgrundlagen dieser Menschen, dann will es sich die Konsequenzen per Polizei vom Leib halten: Diese Politik kann auf Dauer nicht funktionieren."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Migration, » EU-Nachbarschaft, » Griechenland, » Europa, » Türkei
Alle verfügbaren Texte von » Jürgen Gottschlich
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 3. Januar 2011