Der Standard - Österreich | Dienstag, 4. Januar 2011
Budapest braucht Druck der Finanzmärkte
Nur der Druck der Finanzmärkte kann den ungarischen Premier Viktor Orbán von seinem restriktiven Kurs abbringen, schreibt die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Auch wenn die Kritik am neuen Mediengesetz noch so laut wird, haben weder die EU-Kommission noch die europäischen Partnerstaaten echte Druckmittel in der Hand. Die internationale Ächtung, mit der sie drohen können, spielt Orbán innenpolitisch in die Hände. Ein Boykott des ungarischen EU-Vorsitzes würde der Union mehr Probleme schaffen als den Ungarn. ... Allerdings ist Ungarn weiterhin auf das Wohlwollen der Anleihemärkte angewiesen, um die höchste Staatsschuld in Mittel- und Osteuropa zu refinanzieren. Und dieses wird zunehmend brüchig. Niemand wünscht einem Nachbarland eine Finanzkrise an den Hals, aber ein wenig jenes Drucks, den Griechen und Iren zuletzt gespürt haben, könnte Orbán - wohl unter Tiraden gegen ausländische Spekulanten - am ehesten zu einem Kurswechsel zwingen. Für Ungarns langfristige Aussichten wäre dies ein Segen."
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