La Repubblica - Italien | Mittwoch, 5. Januar 2011
Die blinde Arroganz französischer Intellektueller
Der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy hat die Entscheidung Brasiliens begrüßt, den italienischen Ex-Terroristen Cesare Battisti nicht an Italien auszuliefern. Battisti wurde in seiner Heimat in Abwesenheit zu lebenslanger Haft wegen vierfachen Mordes verurteilt. Die linksliberale Tageszeitung La Repubblica ist empört über die weltfremde Arroganz Lévys: "Die französischen Intellektuellen leiden an einer sonderbaren Form der Sehbeeinträchtigung. Es fällt ihnen schwer, sich selbstkritisch zu betrachten. ... Einen König aufs Schafott gebracht zu haben, ist ihnen unverändert Grund zum Stolz, der sie über jeden Europäer erhebt. Der Universalismus, mit dem sie sich brüsten, lässt sie blind werden gegenüber ihren eigenen Grenzen. ... Ihr Beitrag zur Europäischen Gemeinschaft ist ein Gemisch aus dekorativem Universalismus und effektivem Nationalismus. ... Intellektuelle Auseinandersetzungen finden zwar statt, doch sie wenden sich niemals Europa noch der Welt zu, über deren Beschaffenheit eine abgrundtiefe Unwissenheit herrscht."
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