Kathimerini - Griechenland | Donnerstag, 6. Januar 2011
Paschos Mandravelis über den Markt verzerrende Grenzzäune
Nationale Regierungen können Migrationsströme mit den traditionellen Mitteln nicht stoppen, denn Migration ist eine Folge der globalisierten Wirtschaft, meint Paschos Mandravelis in der konservativen Tageszeitung Kathimerini angesichts der Pläne zur Errichtung eines Grenzzauns zur Türkei: "In der Tat macht die Technologie einige Prozesse kostengünstiger und die Wirtschaft annulliert Politikansätze, die seit Jahrhunderten praktiziert wurden. Dazu gehört zum Beispiel die nationale keynesianische Politik. Heute werden mit einem Computerklick Milliarden von einer Börse zur anderen transferiert. Das Gleiche gilt natürlich auch für Maßnahmen im Zusammenhang mit nationalen Grenzen. Die USA bauen an der Grenze zu Mexiko immer wieder neue Zäune, doch Kalifornien ist voll mit illegalen Migranten. Weltweit werden die Länder einfach nicht mit der neuen Realität fertig, die von der Technologie bestimmt und von den Märkten ausgenutzt wird. Wir sollten nicht vergessen, dass die Wirtschaftsmigration wesentlicher Bestandteil des Marktgeschehens ist. Angesichts dessen ist klar, dass sich das Migrationsproblem nicht mit den ideologischen Begriffen der Vergangenheit analysieren lässt. … Grenzzäune verzerren den freien Markt."
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