Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 13. Januar 2011
Tusk in der Kritik
Der Abschlussbericht des Unglücks von Smolensk gibt zwar in erster Linie dem angetrunkenen Chef der polnischen Luftwaffe die Schuld am Absturz, doch in Polen gerät nun Premier Donald Tusk in die Kritik, hebt die linksliberale Süddeutsche Zeitung hervor: "Nicht ohne Grund hat der polnische Premier Donald Tusk nach Erhalt des Berichtes seinen Skiurlaub abgebrochen. Denn vor allem er steht nun unter Beschuss. Ihm wird vorgeworfen, nicht auf einer polnisch-russischen Untersuchungskommission bestanden zu haben. Auch steht wieder die Frage im Raum, warum Präsident Lech Kaczynski nicht an der offiziellen Gedenkfeier zum 70. Jahrestag des Massakers von Katyn am 7. April teilnahm und deshalb mit einer eigenen Delegation drei Tage später selbst noch an diesen symbolischen Ort fliegen wollte. Hier sieht sich Tusk dem schwerwiegenden Vorwurf ausgesetzt, ihn letztlich aus wahltaktischen Gründen im Zusammenspiel mit dem russischen Premier Wladimir Putin ausgebootet zu haben. Es spricht nun alles dafür, dass das Unglück von Smolensk seinen düsteren Schatten auch auf das polnische Wahljahr 2011 werfen wird."
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