Blog A Tempo e a Desmodo - Portugal | Mittwoch, 12. Januar 2011
Anti-Schwulen-Welle in Portugal erschüttert
Portugals bekanntester Gesellschaftsjournalist, Carlos Castro, wurde am vergangenen Sonntag grausam von seinem 21-jährigen Liebhaber in einem New Yorker Hotelzimmer ermordet. Der Tod des 65-jährigen löste Bestürzung aus, aber auch eine Welle von Geschmacklosigkeiten, meint Henrique Raposo in seinem Blog A Tempo e a Desmodo der Wochenzeitung Expresso: "Es ist unglaublich, welcher Hass einem aus Leserkommentaren [im Internet] entgegen schlägt: Formulierungen wie 'dieser Homo hat es nicht anders verdient' und 'Schuld kann doch nur diese Schwuchtel sein, nicht das arme Jungchen'. … Die Leute verstecken sich hinter ihrer feigen Anonymität und spucken all den Müll in ihren Köpfen aus. Die momentane Anti-Schwulen-Welle ist erschreckend, weil sie die Moralvorstellung eines Großteils der Gesellschaft verrät: die Leute diskutieren nicht den Mord an sich, sondern darüber, dass das 'Jungchen' vielleicht doch lieber Frauen mag. … Ist es nicht wichtiger, über den unmoralischen Akt (jemanden zu töten) zu reden als über sexuelle Vorlieben? Welcher moralische Kodex erlaubt diese Umkehrung der Prioritäten?"
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Minderheiten, » Ethik, » Kriminalität, » Gesellschaft, » Portugal, » USA
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