Corriere della Sera - Italien | Freitag, 21. Januar 2011
Europäische Zentralbank unter Druck
Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, hat vor den Risiken dauerhaft niedriger Zinsen gewarnt. Wenn die EZB die Leitzinsen zu lange niedrig halte, könne dies notwendige Anpassungen im Bankensektor und in der Wirtschaft insgesamt verzögern. Die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera sieht die EZB unter Druck: "Das deutsche Wachstum von über 3,6 Prozent im Jahr 2010 legt eine Anhebung des äußerst niedrigen Leitzinses nahe, um zur Normalität zurückzukehren. Die Schwierigkeiten der Länder an der Peripherie hingegen zwingen die EZB, Geld auf den Markt zu werfen. … Dabei beunruhigt weniger der Ankauf von Staatsanleihen als die Tatsache, dass die EZB nicht länger in der Lage ist, sich für eine Währungspolitik zu entscheiden, die sie für die makroökonomischen Bedingungen der Eurozone für geeignet hält."
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