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Il Sole 24 Ore - Italien | Sonntag, 23. Januar 2011

Albanien folgt Tunesien

Am Freitag sind bei einer Großkundgebung der oppositionellen Sozialisten in Tirana drei Demonstranten erschossen und Hunderte Polizisten und Zivilisten verletzt worden. Daraufhin hat der albanische Ministerpräsident Sali Ram Berisha der Opposition vorgeworfen, sie habe einen gewaltsamen Staatsstreich organisieren wollen "wie in Tunesien". Die Parallele ist unfreiwillig passend, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Zine el-Abidine Ben Ali ist geflohen. Eine friedlichen Revolution hat ihn gestürzt. Sali Besha hält sich noch im Sattel, er muss jedoch einer zweiten Revolte standhalten. Sie folgt auf die erste von 1997, als er gestürzt wurde und ein enormes Finanzloch sowie mehr als 2.000 Tote zurückließ. Die korrupten Regime des Mittelmeerraums stürzen ein. Systeme, die ganze Länder ausgeplündert haben. Den Preis für die Auflösung dieser Regime - und wir sind nur am Anfang - werden in wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Hinsicht auch wir bezahlen, ihre Handelspartner. … War die Revolte von 1997 eine Lehre? Anscheinend nicht, auch nicht uns Europäern, die wir unfähig sind, die Nationen am Ufer eines immer düsterer werdenden Mittelmeers vor dem Ruin zu bewahren."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 24. Januar 2011

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