Kathimerini - Griechenland | Dienstag, 25. Januar 2011
Armutsflüchtlinge im armen Griechenland
Am Dienstag sind in Athen und Thessaloniki 270 Arbeitsmigranten in den Hungerstreik getreten mit der Forderung nach unbefristeten Aufenthaltsgenehmigungen. Damit bitten die Armen der Welt die Armen Europas um Hilfen, meint die konservative Tageszeitung Kathimerini: "Zu der Vernachlässigung durch die griechischen Regierungen kommen die fehlende Bereitschaft und die Heucheleien der europäischen Regierungen bezüglich des Umgangs mit dem Problem der Migration hinzu. Das Abkommen Dublin II verpflichtet Griechenland im Grunde dazu, als Ersteinreiseland Hunderttausende Migranten zu behalten, die die Voraussetzungen eines legalen Aufenthaltstitels nicht erfüllen und oft unter unmenschlichen Bedingungen leben, ohne Papiere und Arbeit. Was aber kann das Griechenland der zehn Millionen den anderthalb Millionen Migranten anbieten, wenn das Land gerade von der härtesten Krise der vergangenen Jahrzehnte betroffen ist und die einheimische Bevölkerung sich in einem Tunnel aus Sparmaßnahmen befindet ohne absehbares Ende? ... Der Fremde, der Exilant, der Bettler bittet um Hilfe bei dem neuarmen Einheimischen, dem verängstigten Menschen der Krise. Die Armut trifft auf die Bedrohung von Armut."
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