România Liberă - Rumänien | Freitag, 28. Januar 2011
Cristian Pirvulescu über die verpatzte Europäisierung Rumäniens
Die orthodoxe Prägung Rumäniens behindert die fortschreitende Integration des Landes in die EU, meint der Politikwissenschaftler Cristian Pirvulescu in der Tageszeitung România Liberă vor dem Hintergrund der Debatte um den Schengen-Beitritt: "Wir wissen von Soziologen ..., dass sich die Mentalität beziehungsweise die Kultur und die Werte einer Gemeinschaft historisch am schwierigsten verändern ließen. Der Fehler Rumäniens ist, dass es die europäische Identität nicht verdaut hat. Nach einer tausendjährigen starken Prägung durch die Orthodoxie, hat sich die Europäisierung - eine Aufgabe, die unsere Eliten entweder nicht mit 'dem Volk' teilen konnten oder wollten - als schwierig erwiesen. Ein guter Teil der konservativen und rechtsgerichteten Europäer, die Angst vor der Zukunft und vor Veränderung haben, reagierten zurückweisend auf die 'neuen Barbaren'. Das Wirtschaftswachstum hatte die Reaktion dieser Europäer zunächst übertüncht. Doch jetzt, mitten in der Krise, wo die Dämonen der Vergangenheit wieder auferstehen, üben diese Europäer Druck auf Rumänien aus ... . Wir können zwar im Namen unserer Traditionen empfindsam und zurückweisend auf einen Westen reagieren, der uns scheinbar nicht will. Doch in Wirklichkeit versteht der Westen uns nicht, weil wir nicht kommunizieren können."
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