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Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 1. Februar 2011

Albanien fehlt demokratische Öffentlichkeit

In Albanien haben am Wochenende erneut Tausende von Menschen gegen die Regierung von Premier Sali Berisha protestiert. Die Opposition um Sozialistenführer Edi Rama wirft ihm Korruption vor. Die aktuellen Konflikte gehen auf die verspätete Entwicklung einer demokratischen Öffentlichkeit zurück, meint die linksliberale Frankfurter Rundschau: "Eine öffentliche Sphäre des fairen Austauschs, wie sie anderswo den Umgang kultiviert hat, hat es hier kaum gegeben. Bis weit ins vorige Jahrhundert lebten die meisten Albaner in festen Familienverbänden, die untereinander kaum Kontakt pflegten. Man weiß wenig voneinander und ist entsprechend bereit, vom anderen das Allerschlimmste anzunehmen. Für das Gemeinwohl und für den Staat als seinen Sachwalter gab es schon gar keinen Sinn. Die kommunistische Diktatur hat die Großfamilien zerschlagen, aber keine freie Öffentlichkeit an ihre Stelle gesetzt. ... Programmatisch sind die Parteien kaum zu unterscheiden. Das klingt paradox, ist aber logisch: Wo es kontroverse Inhalte gibt, lassen sich Kompromisse finden. Wo sie fehlen, regiert die reine, leere Konkurrenz."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 1. Februar 2011

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