Corriere del Ticino - Schweiz | Mittwoch, 9. Februar 2011
Assange zwischen Wohltäter und Terrorist
Das zuständige Londoner Gericht hat die Entscheidung über die Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an Schweden vertagt. Über die Spaltung in Gegner und Anhänger des Australiers hat man den Inhalt der Enthüllungen offenkundig vergessen, meint die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Der Kampf um die Auslieferung ist nur das letzte spektakuläre Kapitel eines unterschwelligen Kriegs um eine Internetseite, die es sich zur höchsten und gefährlichen Mission gemacht hat, die geheimen Missetaten der Mächtigen der Welt zu enthüllen. Schwer zu sagen, inwieweit Assange eine Art Robin Hood ist, der den Reichen die Wahrheit stiehlt, um sie den Armen zu geben, und ab welchem Punkt er beginnt, ein Informationsterrorist zu sein. ... Doch während die Justiz keine Mühe scheut, Assanges vermeintliche Verbrechen nachzuweisen, scheint sich niemand darum zu bemühen, die Verantwortlichen der objektiv weitaus schwerwiegenderen Vergehen vor Gericht zu bringen, die von Wikileaks an den Pranger gestellt wurden. Sind wir bösartig, wenn wir befürchten, dass man lieber denjenigen bestraft, der Machtmissbrauch enthüllt, um allzu peinliche Prozesse für die Mächtigen zu vermeiden?"
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Onlinemedien, » Kriminalität, » Justiz, » Großbritannien, » Schweden
Alle verfügbaren Texte von » Carlo Silini
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 9. Februar 2011