De Morgen - Belgien | Mittwoch, 9. Februar 2011
Europas historischer Irrtum in Nahost
Frankreichs Premier François Fillon hat zugegeben, auf Kosten von Präsident Hosni Mubarak die Weihnachtsferien in Ägypten verbracht zu haben. Die Affäre ist kein Einzelfall, meint die Tageszeitung De Morgen: "Fillon-Gate ist sehr typisch für die Haltung westlicher Länder gegenüber autoritären Führern wie Mubarak. Zwischen Geopolitik, wirtschaftlichen Interessen und Luxuserholung gibt es keine Grenzen. Im Tausch für eine gewisse Stabilität im Nahen Osten durfte der ägyptische Präsident im eigenen Land straffrei Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen. ... Durch die Tolerierung von Untaten von Führern wie Mubarak beging Europa einen historischen Irrtum. Der droht nun, sich zu einer Hypothek auf den Beziehungen zwischen dem Westen und der arabischen Jugend zu entwickeln, die jetzt auf die Straße geht."
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