Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 11. Februar 2011
Gedenktag für Vertriebene hat Beigeschmack
Das deutsche Parlament hat sich am Donnerstag für einen bundesweiten Gedenktag für die deutschen Opfer von Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg ausgesprochen. Es soll der 5. August sein. Auch wenn die Erklärung einen Beigeschmack hat, wird sie keinen Schaden zwischen Deutschland und Polen anrichten, vermutet die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza: "Die Beziehungen zwischen Berlin und Warschau sind so gut, dass die Erklärung des Bundestags von gestern sie nicht kaputtmacht. Sie gedenkt der Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus ihrer Heimat vertrieben wurden, und verschweigt, dass die Ursache für die Deportationen eine Katastrophe weltweiten Ausmaßes gewesen ist, die von Hitler ausgelöst worden war. … Die Diplomaten beider Länder werden zwar mit Sicherheit Grundsatzgespräche führen, doch dürften sie nach der Abstimmung von gestern schnell zur Tagesordnung übergehen. Es bleibt jedoch der Beigeschmack, dass der deutsche Partner uns gegenüber nicht ganz fair ist."
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