Libération - Frankreich | Montag, 14. Februar 2011
Algerier kämpfen für Demokratie
Nach dem Sturz der Präsidenten Ägyptens und Tunesiens wollen sich nun auch die Algerier von der Diktatur befreien. Die Versuche des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika, die Demonstrationen mit großem Polizeiaufgebot zu unterdrücken, werden dem Freiheitswillen der jungen Menschen nicht standhalten können, meint die linksliberale Tageszeitung Libération: "Die Ursachen, die Mubarak und Ben Ali zu Fall brachten, finden sich auch in Algerien, allerdings in noch schlimmerem Ausmaß. Die Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen, denen nur die Arbeitslosigkeit oder das Auswandern bleibt, ist sogar noch extremer als in den anderen arabischen Ländern. … Manche Militärs und ihre Familien sind mindestens so korrupt wie in Tunesien. … Das Schicksal von Mubarak und Ben Ali zeigt, dass die alten Rezepte und die schlimmsten Methoden von Diktaturen nicht mehr funktionieren. Die Algerier haben ein Recht auf Demokratie."
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