Die Presse - Österreich | Mittwoch, 16. Februar 2011
Iran kein Vorbild für Ägypten
Der iranische Präsident Mahmud Achmadinedschad hat den Mut der Demonstranten in Kairo gelobt. Sie seien dem Vorbild der islamischen Revolution im Iran 1979 gefolgt. Doch das gegenwärtige Regime in Teheran steht kaum für Fortschritt, meint die Tageszeitung Die Presse: "Irans Regime spuckt große Töne, will die Umstürze in Tunesien und Ägypten für seine eigenen außenpolitischen Interessen instrumentalisieren. Doch in Wahrheit zittert es vor dem nordafrikanischen Revolutionsvirus. … Es war der Ruf nach mehr Freiheit und Gerechtigkeit, der so viele Demonstranten auf den Tahrir-Platz ziehen ließ. Und deshalb sollte ihr Experiment eines neuen Ägypten anders verlaufen als das iranische Experiment. Denn das iranische Experiment hat ihnen und der ganzen Region gezeigt, dass es bei ihm nicht um mehr Gerechtigkeit und Freiheit ging. Man muss blind und taub sein, um zu glauben, das Regime in Teheran gehöre zu den 'fortschrittlichen' Kräften, die gegen Korruption und Gewaltherrschaft kämpfen. Das Gegenteil ist der Fall. Und das beweist es nun aufs Neue."
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