România Liberă - Rumänien | Freitag, 18. Februar 2011
Cristian Pîrvulescu über die Krise der rumänischen Zivilgesellschaft
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat in Rumänien nicht nur Unternehmen erfasst, sondern auch den Spielraum der Zivilgesellschaft eingeschränkt, meint der Politologe Cristian Pîrvulescu in der Tageszeitung România Liberă: "Da sie als Ergebnis von Marktmechanismen betrachtet wurde, ist die Demokratie der Wirtschaft überlassen worden. Die einigermaßen naive Vorstellung, dass die Wirtschaft alle historischen Ungleichheiten beseitigen wird, ist allerdings heute von der gesellschaftlichen Wirklichkeit widerlegt worden. Die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten haben sich durch die Umsetzung des neoliberalen Gesellschaftsmodells verschärft. ... Die politischen Ungleichheiten werden immer offensichtlicher und generieren einen Frust, der zu einem extremistischen und rassistischen Diskurs führt. Unter diesen Voraussetzungen tritt die zur Anpassung unfähige Zivilgesellschaft auf der Stelle. Die Zivilgesellschaft könnte aus ihrer durch die Krise noch schlimmer gewordenen Notlage durch die Förderung des gesellschaftlichen Dialogs als Mittel zur Versöhnung gegensätzlicher Interessen herauskommen."
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