Der Standard - Österreich | Dienstag, 22. Februar 2011
Bußgeld für Europas Unfähigkeit
Europa schafft es einfach nicht, in Nordafrika Einfluss zu nehmen oder eine Strategie für die nahe Zukunft zu formulieren, bemängelt die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Es ist ja nicht so, dass die Außenminister der Union gleich Sanktionen gegen das Regime in Tripolis verhängen sollten. Wer würde sich in der derzeitigen Situation in Libyen schon darum scheren? Es geht vielmehr darum, Handlungsoptionen und Möglichkeiten der Einflussnahme für die Zeit zu definieren, in der sich der Pulverdampf etwas gelegt haben wird. Die Amerikaner haben das in Kairo den Umständen entsprechend ganz passabel hinbekommen. Die EU dagegen hat weder einen akkordierten Plan noch militärische oder die gern beschworenen finanziellen Druckmittel, irgendwie auf die Geschehnisse unmittelbar vor ihrer Haustür einzuwirken. ... Das ist nicht nur peinlich. Das politische Bußgeld, das dafür zu entrichten sein wird, wird Europa sehr teuer zu stehen kommen."
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