Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 23. Februar 2011
Sofortiges Eingreifen Europas nötig
Europa muss in Libyen sofort eingreifen, rät die linksliberale Süddeutsche Zeitung und fordert Europa zu zwei konkreten Maßnahmen auf: "So wenig Sanktionen Gaddafi beeindrucken werden, so groß ist jedoch ihre symbolische Kraft. Sie müssen sofort beschlossen werden. Zweitens muss Europa glaubhaft drohen. Am besten, indem es eine Koalition mit der Arabischen Liga, Ägypten und der Afrikanischen Union eingeht. Einer Koalition, die - ausgestattet mit einem Mandat der UN - in Libyen auch militärisch zur Wiederherstellung des Friedens eingreifen kann. Das wäre möglicherweise die einzige Drohung, die Gaddafis noch verbliebene Anhängerschaft zur Abkehr vom Diktator bewegen kann. ... Eines aber darf Europa auf keinen Fall tun: abwarten. Ein Libyen, das zerbricht und in einem Bürger- und Stammeskrieg versinkt, kann die ganze Region in Brand setzen. Seit den Kriegen auf dem Balkan wissen die Europäer um den Wert des frühen Eingreifens. Damals haben sie den Zeitpunkt verpasst. In Nordafrika sollten sie diesen Fehler nicht wiederholen."
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