Sme - Slowakei | Donnerstag, 24. Februar 2011
Peter Morvay über den Unsinn von Sprachengesetzen
In der Slowakei ist Sprachenschutz ein wichtiges Thema, weil es eine große ungarische Minderheit gibt. Gesetze sind nicht nötig, meint Peter Morvay in der liberalen Tageszeitung Sme: "In einem Ort mit einer nationalen Minderheit lockt ein guter Kaufmann mit Angeboten in der Mehrheits- und der Minderheitensprache nicht wegen irgendeines dümmlichen Gesetzes, sondern um so viele Kunden wie möglich zu bekommen. Wenn ein Händler das nicht macht, ist das seine Sache. Es spart vielleicht Aufwand, aber er riskiert den Verlust des Kunden, der in den zweisprachigen Aufschriften den Beleg dafür sieht, wie sich dieser Händler um seine Kunden sorgt. Nur einsprachig zu werben ist aber nicht strafbar. Dummheit ist ja keine juristische Kategorie. Unproblematisch ist die Frage auch in Behörden, die ja den Bürgern dienen sollen und nicht umgekehrt. ... Im übrigen will die Mehrheit der Leute nicht ständig ihre nationale Zugehörigkeit demonstrieren - im Gegensatz zu Nationalisten. ... Der Staat sollte nichts unternehmen, um die Minderheit vom Gebrauch ihrer Muttersprache abzuhalten. Wenn wir schon ein Gesetz wollen, dann muss das im Interesse der Minderheit liegen, denn die ist schwächer und benötigt Schutz. Das sollte auch für die Südslowakei gelten, auch wenn da das Slowakische gegenüber dem Ungarischen in der Minderheit ist."
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