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Pražský deník - Tschechien | Donnerstag, 3. März 2011

Mehrwertsteuer bedroht Leseland Tschechien

Zur Finanzierung der Rentenreform will Tschechiens konservative Regierung ab Herbst die Mehrwertsteuer unter anderem für Bücher und Zeitungen verdoppeln, von 10 auf 20 Prozent. Dagegen regt sich Widerstand von Schriftstellern und Verlegern. Die liberale Tageszeitung Pražský deník hält das für Barbarei: "Es handelt sich um eine Maßnahme, die der tschechischen Literatur wie auch den Lesern schadet. Der Verband der Buchhändler und Verleger vergleicht sie mit der Enteignung und der Einführung der Zensur 1948 sowie mit der Zeit nach 1968, mit Hunderttausenden Büchern verbotener Autoren. Kulturelle Barbarei kommt verschieden daher. Manchmal wird das geschriebene Wort von ideologischen Fanatikern bedroht, manchmal von der Arroganz des Markts. Immer aber handelt es sich um ein kulturelles Verbrechen. ... Man kann das Wort besteuern, aber nicht zum Schweigen bringen. Regierungen ändern sich, das Buch wird bleiben. Und übrigens: Im Anfang war das Wort, nicht die Mehrwertsteuer."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 3. März 2011

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