Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 7. März 2011
Estnischer Wahl-Erfolg nicht kopierbar
Die Mitte-Rechts-Koalition des estnischen Premiers Andrus Ansip ist trotz ihres Sparkurses am Sonntag wiedergewählt worden. Ansips Erfolg liegt in der Besonderheit der Esten, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Dass es in Estland in hohem Maße die Bereitschaft dazu gab, klaglos den Gürtel enger zu schnallen, dürfte vor allem in der spezifischen Mentalität an der Ostsee liegen: skandinavische Besonnenheit gepaart mit protestantischem Arbeits- und Verzichtsethos, dazu die Rückbesinnung auf die hanseatische Urtugend, nur das Geld auszugeben, das man auch erwirtschaftet hat. Zudem haben die Esten bereits große Erfahrung darin, aus einer Wirtschaftskrise wieder herauszufinden. Sie haben schließlich den gewaltigen Sprung von der Plan- zur Marktwirtschaft bewältigt. In den südeuropäischen EU-Staaten, die immer noch tief in der Krise stecken, sind all diese psychologischen Voraussetzungen nicht gegeben. Deshalb werden sie - leider - kaum den estnischen Weg gehen können."
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