Lietuvos rytas - Litauen | Dienstag, 8. März 2011
Litauens antisemitischer Ruf
Mitte Februar ist ein Ermittlungsverfahren gegen Petras Stankeras, einen ehemaligen Mitarbeiter des litauischen Innenministeriums, eingestellt worden. In einem Aufsatz hatte er im Zusammenhang mit dem Nürnberger Prozess über "angeblich" ermordete Juden geschrieben. Dies trägt dazu bei, dass Litauen als antisemitisches Land wahrgenommen wird, meint die Tageszeitung Lietuvos Rytas: "Da ist dieses Bestreben, Nazi-Verbrechen zu verharmlosen und Henker zu Opfern zu machen. ... Dass das Verfahren gegen ihn eingestellt worden ist, bestätigt, was schon lange klar ist: In den staatlichen Institutionen Litauens und in der Gesellschaft wimmelt es von antisemitischen Stimmungen und das wird gerade im Ausland sehr deutlich wahrgenommen. Von einem Kommentar des Außenministers Audronius Ažubalis über 'die jüdische Lobby' bis zur antisemitischen Rhetorik im Internet tut Litauen alles, um in der Welt als judenfeindliches Land zu erscheinen. Als europäisches Mekka der Homophobie sind wir schon bekannt. Ist das etwa das wahre Gesicht Litauens, das zum Club der zivilisierten europäischen Staaten gehört?"
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