Cinco Días - Spanien | Mittwoch, 16. März 2011
Renault-Chef Ghosn braucht Pause
Wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat hat der Autobauer Renault drei Manager entlassen, doch die Spionage-Vorwürfe haben sich als falsch herausgestellt. Aufgrund des schlechten Krisenmanagements sollte nun die Position von Konzernchef Carlos Ghosn überdacht werden, meint die Wirtschaftszeitung Cinco Días: "Jetzt erklärt Ghosn, dass Renault Opfer war, eine leichte Beute für skrupellose Betrüger, die das Unternehmen um ein paar hunderttausend Euro betrogen hätten. Aber der Skandal hat auch die Unfähigkeit und die schwere Paranoia in der Führungsetage von Renault aufgedeckt. Was ist aus der Unschuldsvermutung geworden und der Wichtigkeit eines fairen Prozesses? Renault hätte den Managern zumindest die Möglichkeit geben müssen, auf die Vorwürfe zu reagieren. Ghosn hätte den Rücktritt von [Vizechef] Pélata annehmen sollen. ... Das Angebot von Renault, die drei entlassenen Manager wieder einzustellen und ihre 'Ehre wieder herzustellen', klingt etwas hohl. Zumindest sollte das Unternehmen genau darüber nachdenken, ob sie Ghosn weiterhin in seiner Rolle als Doppel-Chef von Renault und Nissan belassen. Es scheint, als ob der Top-Mann eine kleine Pause braucht."
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