Dnevnik - Slowenien | Donnerstag, 17. März 2011
Aleš Gaube sieht im arabischen Frühling eine Kritik am Westen
Der arabische Frühling birgt viele Chancen für eine gerechtere Verteilung des Reichtums in Tunesien, Ägypten und den Golfstaaten, meint der Kolumnist Aleš Gaube in der linksliberalen Tageszeitung Dnevnik. Das ginge einher mit einer Kritik am Westen, seiner Kolonialgeschichte und seinen Werten: "Nachdem der Domino-Effekt des arabischen Frühlings auch die Golfstaaten erreicht hat und durch das Internet die Begeisterung über die Macht der Massen auch noch auf Afrika südlich der Sahara übergeschwappt ist, muss dem Westen endgültig klar werden, dass vor seinen Augen nicht nur eine völlige Demontage der kolonialen Hinterlassenschaft im Nahen Osten und Nordafrika stattfindet, sondern auch die bisher schärfste Kritik am kapitalistischen System. Die Chance, neue Demokratien aufzubauen, eine neue, gerechtere Gesellschaftsordnung zu errichten und für eine langfristige Umverteilung des Reichtums auf der Erde zu sorgen, war noch nie so nah wie jetzt. Und genau deshalb ist der arabische Frühling im visionären Sinn noch viel wichtiger als die osteuropäische Wiedergeburt nach dem Ende des Kommunismus 1989."
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