Der Standard - Österreich | Mittwoch, 23. März 2011
Jeder Krieg hat seinen Preis
Der Militäreinsatz gegen den libyschen Diktator wird ein regelrechter Krieg, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard, mit all seinen bitteren Folgen: "Die hochfliegenden Falken in Paris und London haben vor Beginn der Operation ihren Bürgern zu erklären 'vergessen', dass sich wohlfeiler Moralismus und Krieg selten widerspruchsfrei miteinander verbinden lassen. Humanitäre Interventionen ... haben ihren Preis. Und diesen müssen Politiker wie Bürger zu zahlen bereit sein. Die jüngere Geschichte lehrt, dass Militärkampagnen selten schnell, wirkungsvoll und rückschlagsfrei zu führen sind. Die Nato musste für diese Erkenntnis am Balkan, die Amerikaner später im Irak und in Afghanistan blutiges Lehrgeld geben. In Bosnien und im Kosovo stehen noch heute internationale Truppen, am Tigris und Hindukusch erst recht. Die Geschichte wiederhole sich, heißt es. Einmal als Tragödie, das andere Mal als Farce. In welche Richtung es sich in Libyen entwickeln wird, ist noch offen. Was bereits jetzt feststeht, ist, dass Lernfähigkeit und Geschichtsbewusstsein überschätzte politische Kategorien sind."
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