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Dilema Veche - Rumänien | Montag, 28. März 2011

Roma-Gericht kollidiert mit Rechtsstaat

Der selbsternannte König der Roma, Florin Cioabă, hat Ende Februar in Sibiu einen Roma-Gerichtshof eröffnet. Die Richter sind ausschließlich alte und reiche Roma. Bislang wurden Streitigkeiten zwischen Roma nicht öffentlich geschlichtet. Die Wochenzeitung Dilema Veche sieht den Roma-Gerichtshof im Konflikt mit dem rumänischen Rechtsstaat: "In einer Gemeinschaft, in der eine strenge soziale Kontrolle herrscht, werden die Schuldigen in der Regel auch bestraft. Doch was bei ihnen schuldig ist, muss nicht unbedingt im modernen rumänischen Staat schuldig sein, zum Beispiel das Fremdgehen [die schwerste Bestrafung bei den Roma ist in diesem Fall der Ausschluss aus der Gemeinschaft]. Gab es Opfer? Frauen, die geschlagen wurden? Minderjährige, die wider Willen verheiratet wurden? Wir wissen es nicht, weil es nicht vor unseren Augen passiert ist. ... Eine Ehe zwischen Minderjährigen ist in der Roma-Gemeinschaft etwas Traditionelles ... und muss vom multikulturellen Gericht von Cioabă verteidigt werden. Doch ist solch eine Ehe auch nach dem bürgerlichen Gesetzbuch illegal."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 28. März 2011

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