Adevărul - Rumänien | Mittwoch, 30. März 2011
Kein Mitleid mit korruptem EU-Parlamentarier
Der in einen Lobby-Skandal verwickelte EU-Parlamentarier Adrian Severin ist am Montag aus seiner sozialdemokratischen Partei SDS ausgetreten, auf Druck des Vorsitzenden. Seine Genossen begleiteten den Rückzug mit Tränen und Lobeshymnen, wofür die Tageszeitung Adevărul nur Unverständnis übrig hat: "Was die rumänischen Politiker nicht verstehen, ist, dass sie die Bürger vertreten sollen, und dass sie nicht ewig an der Macht sind. Sie verstehen nicht, dass sie - unabhängig von eventuellen guten Taten -, sobald sie in einen Skandal verwickelt werden, sich umgehend zurückziehen müssen, um nicht das Image der demokratischen Institutionen zu gefährden. Lobbyismus ist üblich in Brüssel (doch man nimmt kein Geld, um Gesetze zu verändern!). Ein Europaparlamentarier brachte es auf den Punkt: 'Wir vertreten 500 Millionen Bürger, aber keine Unternehmen!' ... Bei uns hingegen besteht die Politik immer noch aus Worthülsen, Tränen und der Überzeugung, dass, wenn man einmal ganz oben angelangt ist, einem dieser Platz ein Leben lang gehört."
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