Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 30. März 2011
Luboš Palata über Prags zunehmende Aversion gegen die EU
Mit der jüngsten Entscheidung Tschechiens, sich nicht am Stabilitätspakt für den Euro zu beteiligen, isoliert sich das Land zunehmend in Europa, meint der Kolumnist Luboš Palata in der konservativen Tageszeitung Lidové noviny: "Tschechien bleibt wieder einmal außen vor. Und die regierende Demokratische Bürgerpartei sagt, Premier Petr Nečas handle 'in Übereinstimmung mit den tschechischen nationalen Interessen'. ... Seit seinem EU-Beitritt wirkt Tschechien als Bremser, Neinsager und harter Kritiker von allem, was die EU vorlegt. ... Unsere Gesellschaft und unser Staat entwickeln sich keineswegs besser als der Teil Europas, mit dem wir nicht so sehr verbunden sein wollen. Wir haben keine besseren Gesetze als der Rest der EU, unser Land funktioniert nicht besser, unsere Währung ist nicht stabiler, den Leuten geht es nicht besser als denen in dem Teil der Union, der sich in unseren Augen so schrecklich integriert. Bleibt die Frage, wem es nützt, dass wir uns mit unseren 'tschechischen nationalen Interessen' so hart wehren. Den Bürgern der Tschechischen Republik jedenfalls nicht."
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