România Liberă - Rumänien | Donnerstag, 31. März 2011
Gewerkschaften machen sich unbeliebt
Der Chef einer der größten rumänischen Gewerkschaften, Marius Petcu, ist in der vergangenen Woche von der Antikorruptionsbehörde DNA dabei gestellt worden, als er von einem Bauunternehmer Schmiergeld in Höhe von 40.000 Euro kassierte. Solche Fälle beschleunigen den Vertrauensverlust in die Gewerkschaften, meint die Tageszeitung România Liberă: "Einer der Gründe dafür liegt in der kommunistischen Vergangenheit, in der der Gewerkschaftsbund UGSR ein treuer Verbündeter der Partei war. ... Regelmäßig wechseln heute Gewerkschaftsführer ins Parlament oder sogar in Ministerien - was nicht gerade Vertrauen schafft. … Die Gewerkschaftschefs sind zudem mehr in den Fernsehstudios zu sehen als bei den Arbeitnehmern. An die scheinen sie sich nur zu erinnern, wenn es einen Protest oder einen Streik zu organisieren gibt. Doch die anhaltende Unterstützung, die sie eigentlich leisten müssten, vernachlässigen sie. ... Und auch der Doppelstatus vieler Gewerkschafter - wichtige Chefs sind gleichzeitig reiche Geschäftsmänner - lässt Raum für Korruptionsverdächtigungen wegen offenkundiger Interessenskonflikte."
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