Delo - Slowenien | Dienstag, 12. April 2011
EU lässt Italien im Stich
Die EU-Innenminister haben Italien bei ihrem Treffen am Montag direkte Hilfe bei der Versorgung der zahlreichen Flüchtlinge aus Nordafrika verweigert. Roms Plan, illegale Zuwanderer mit Touristen-Visa auszustatten stieß auf scharfe Kritik. Die Tageszeitung Delo sieht aber keinen Grund zur Panik: "Die Visa bekommen nämlich nur Flüchtlinge mit Personalausweisen und einem Nachweis, finanziell unabhängig zu sein. Darauf hat die EU-Kommissarin für Inneres Cecilia Malmström hingewiesen. Deshalb ist der befürchtete massenhafte Exodus, der den Unmut in Frankreich, Deutschland und Österreich ausgelöst hat, unwahrscheinlich. Dabei darf man nicht übersehen, dass Slowenien nach seiner Unabhängigkeit von zwei großen Flüchtlingswellen betroffen war. Anfang der 1990er Jahre sind rund 70.000 Flüchtlinge vor dem Krieg auf dem Balkan zu uns geflohen, zehn Jahre kamen wegen des Irak-Kriegs etwa 40.000 Flüchtlinge nach Slowenien, das dreißig Mal kleiner als Italien ist."
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