Diário Económico - Portugal | Freitag, 15. April 2011
Joseph E. Stiglitz über das globale Krisen-Missmanagement
Sowohl der Umgang mit dem Unglück im Kernkraftwerk von Fukushima als auch die Bewältigung der globalen Finanzkrise haben ein schlechtes globales Risikomanagement gezeigt, meint der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in der Wirtschaftszeitung Diário Económico: "Beide Ereignisse halten drastische Lehren über Risiken für uns parat, und wie schlecht Märkte und Gesellschaften mit diesen umgehen. Natürlich sind das tragische Erdbeben ... und die Finanzkrise ... in gewissem Sinne nicht vergleichbar. Doch was die Kernschmelze in Fukushima angeht, zieht sich ein gemeinsamer roter Faden durch diese beiden Ereignisse. ... Die wirtschaftswissenschaftliche und psychologische Forschung hilft uns, zu verstehen, warum wir beim Management dieser Risiken derart schlechte Arbeit leisten. Wir haben kaum eine empirische Grundlage für die Einschätzung seltener Ereignisse; ... Wir haben kaum Anreize, genau nachzudenken. Im Gegenteil, wenn andere die Kosten begangener Fehler tragen, begünstigen die bestehenden Anreize sogar Selbsttäuschungen. Ein System, dass die Verluste verstaatlicht und die Gewinne privatisiert, ist von vornherein zum Risiko-Missmanagement verurteilt."
» zum ganzen Artikel (externer Link, portugiesisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Wirtschaft, » Gesellschaft, » Katastrophe, » USA, » Global, » Japan
Alle verfügbaren Texte von » Joseph E. Stiglitz
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 18. April 2011