taz - Deutschland | Dienstag, 26. April 2011
Türken mühen sich um Genozid-Aufarbeitung
Hunderttausende Armenier haben am Wochenende des türkischen Genozids an den Armeniern gedacht, der am 24. April 1915 begann. Derweil hat der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan den Abriss eines grenznahen, unvollendeten Denkmals angeordnet, das die Versöhnung zwischen Armeniern und Türken symbolisiert. Die linke tageszeitung kritisiert Erdoğan, lobt aber zugleich die Bemühungen der türkischen Zivilgesellschaft: "Eine barbarische Aktion, die allen seinen früheren Beteuerungen, die alten Wunden zwischen Armenien und der Türkei schließen zu wollen, Hohn spricht. Doch glücklicherweise ist die Aussöhnung zwischen den beiden Nachbarländern längst nicht mehr nur eine Sache der Regierungen. Es gibt jedes Jahr mehr zivilgesellschaftliche Initiativen, und die Trauerkundgebungen anlässlich des Jahrestages, die am Sonntag nicht mehr nur in Istanbul, sondern schon in fünf weiteren türkischen Städten stattfanden, machen deutlich, dass sich die Gesellschaft nicht mehr auf die Leugnung des Genozids festlegen lässt."
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Alle verfügbaren Texte von » Jürgen Gottschlich
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