Libération - Frankreich | Mittwoch, 4. Mai 2011
Salman Rushdie fordert Erklärungen von Pakistan
Osama bin Laden wurde in einer luxuriösen Residenz in Pakistan liquidiert, wo er sich offenbar schon seit längerem aufgehalten hat. Der indisch-britische Schriftsteller Salman Rushdie fordert in der linksliberalen Tageszeitung Libération, dass Islamabad sich rechtfertigt: "Es gab diese Vorstellung von bin Laden als Bergtroll, der sich mühsam von Pflanzen und Insekten ernährt und sich in einer unwirtlichen Höhle an der Grenze zu Afghanistan versteckt. Viele haben nie daran geglaubt. ... Nach der Operation in Abbottabad muss Pakistan nun die Fragen der Welt beantworten. Die üblichen Ausweichmanöver ('Was, wir? Wir wissen von nichts!') werden nichts nützen. Islamabad hat zum Beispiel das Haqqani-Netzwerk unterstützt, das für den Tod hunderter US-amerikanischer Soldaten in Afghanistan verantwortlich ist. Staaten wie die USA, die Pakistan als Verbündeten behandelt haben, obwohl sie das Doppelspiel Islamabads längst durchschaut hatten, dürfen das nicht länger tolerieren. Die Fakten sprechen für sich, ja sie brüllen geradezu, und können nicht länger überhört werden."
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