Lidové noviny - Tschechien | Donnerstag, 12. Mai 2011
Neuer EZB-Chef Draghi hat deutsche Instinkte
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch der Ernennung des Italieners Mario Draghi zum neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) zugestimmt. Für die konservative Tageszeitung Lidové noviny ein kluger Schachzug: "Die Deutschen hätten es zwar lieber gesehen, wenn sie den Franzosen Trichet durch einen eigenen Kandidaten hätten ersetzen können. Der lange dafür gehandelte frühere Bundesbankchef Axel Weber gab aber im Februar selbst auf, als ihm klar wurde, dass er mit seiner Meinung nicht mehrheitsfähig ist. Deutschland suchte deshalb einen Gouverneur mit deutschem Denken ohne deutschen Pass. Mario Draghi hat deutsche Instinkte, steht für eine strenge Geldpolitik und eine niedrige Inflation. Das wird ihm zugute kommen in schweren Zeiten, die auf die EZB warten. ... Eine Harmonie in der Euro-Zone herzustellen, die alle befriedigt, ist nicht möglich. Irgendjemandem schaden die Entscheidungen immer. Deutschland wird das nicht treffen."
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