De Standaard - Belgien | Freitag, 3. Juni 2011
Hysterie schadet Europa
Das russische Importverbot für Gemüse wird sich äußerst negativ auf die Landwirtschaft in der EU auswirken, meint die Tageszeitung De Standaard und nimmt Europa in die Pflicht: "In einer Zeit, in der Lebensmittel rasend schnell teurer werden, fällt uns nichts besseres ein, als sie wegzuwerfen, zu Viehfutter zu verarbeiten oder auf dem Feld verrotten zu lassen. Einfach nur, weil niemand sie mehr will. Dass Russland oder andere entfernte Abnehmer nun die Grenzen schließen, kann man bedauern, doch es war zu erwarten. Es ist aber beunruhigend, dass Europa erneut total zerstritten ist. Wir konnten es bei der Bankenkrise beobachten, wir sehen es gerade bei der griechischen Finanzkrise, und bald handelt jeder auf dem Energiemarkt für sich. Und nun sehen wir es auch bei dieser Hysterie um Lebensmittel. Europa, das seine Grenzen öffnen und offen halten will, muss nun zusehen, wie diese sich durch eine kurzsichtige Kommunikation schließen und wie eine ökonomische Katastrophe angerichtet wird, die in keinem Verhältnis zum Anlass steht."
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