Die Presse - Österreich | Mittwoch, 8. Juni 2011
Kein Arabischer Frühling in Zentralasien
Am Mittwoch und Donnerstag findet in Wien eine Regionalkonferenz des Weltwirtschaftsforums statt. 13 Staats- und Regierungschefs diskutieren mit Wirtschaftsvertretern über Europa und Zentralasien. Österreichs Außenminister Michael Spindelegger rief im Vorfeld des Forums Firmen zu Investitionen im eurasischen Raum auf. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse findet das fahrlässig: "Usbekistan und Turkmenistan sind von 'Freedom House' [Organisation zur Erforschung der Verbreitung der Demokratie] gerade unter die 'neun schlechtesten der schlechten Länder der Welt' gereiht worden, was den Missbrauch der Menschenrechte betrifft. Wie diese beiden Länder sind auch Kasachstan und Tadschikistan Despotien mit Langzeitherrschern, in denen die Opposition mehr oder weniger scharf unterdrückt wird. Einzig Kirgisistan wagt demokratische Experimente. ... Noch gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass ein Arabischer Frühling auch in Zentralasien anbrechen könnte. Aber auch im Klima der dortigen Despotien heizt sich die Volkswut seit Langem auf. Die Frage ist der Zeitpunkt, wann sie gewaltsam ausbrechen wird. Auch das muss Spindelegger österreichischen Investoren sagen."
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