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El País - Spanien | Freitag, 10. Juni 2011

José Ignacio Torreblanca über die Türkei als neues Vorbild

Die Türkei orientiert sich weder an den westlichen noch an den östlichen Nachbarn. Sie verfolgt ihre eigene und anscheinend sehr erfolgreiche Politik, resümiert der Politologe José Ignacio Torreblanca in der linksliberalen Tageszeitung El País: "Seit Jahren diskutieren wir darüber, ob die Türkei nun Europa oder Asien ist, ob sie sich zum Westen oder zum Osten hin orientiert. Und endlich haben wir die Antwort gefunden: Die Frage war falsch gestellt. Die Türkei richtet sich weder nach Westen noch nach Osten, sie steigt auf. In nur einem Jahrzehnt hat sich die türkische Wirtschaftsleistung vervierfacht, von 200 auf 800 Milliarden US-Dollar (550 Milliarden Euro). Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich verdreifacht, von 3.000 auf 10.000 Dollar, die Staatsverschuldung ist von 75 auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken und der Risikoaufschlag liegt weit unter der Mehrheit der südeuropäischen Länder. Währenddessen stagniert die Europäische Union und viele befürchten, dass der Lebensstandard in der Zukunft zurückgehen wird und wir bereits für selbstverständlich gehaltene Dinge wieder aufgeben müssen. ... In den Straßen von Rabat, Tunis oder Kairo ist Europa schon nicht mehr das Vorbild, dem es zu folgen geht. Es wurde durch die Türkei ersetzt."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 10. Juni 2011

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