Rzeczpospolita - Polen | Freitag, 24. Juni 2011
Truppenabzug fördert radikale Kräfte
Der geplante Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ist riskant, weil damit ähnlich wie in Vietnam vor 40 Jahren radikale Kräfte die Macht übernehmen könnten, fürchtet die konservative Tageszeitung Rzeczpospolita: "Der Präsident der USA ist überzeugt, dass sich die Afghanen schon bald um ihre eigene Sicherheit kümmern können und dass die zerstrittenen Konfliktparteien und Stämme einen politischen Kompromiss erzielen. Und er glaubt, dass es gelingt, die Taliban in Friedensgespräche einzubinden. Afghanistan wird sich so zwar nicht sofort in eine ideale Demokratie verwandeln, aber zumindest auf eigenen Beinen stehen, wie es einer der Berater Obamas gesagt hat. Der Präsident riskiert dabei eine Menge, weil die 'Afghanisierung' dieses Konflikts genau dasselbe bewirken kann wie die 'Vietnamisierung' in Vietnam, die Richard Nixon vor 40 Jahren vorantrieb, als er die US-Armee entlasten wollte."
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