Lidové noviny - Tschechien | Montag, 27. Juni 2011
Chinas Hilfe für Europa hat ihren Preis
China hilft Europa zwar mit viel Geld, doch die gewünschten Gegenleistungen untergraben Europas Souveränität, befindet die konservative Tageszeitung Lidové noviny: "China möchte nicht, dass der Euro-Raum zusammenbricht. Er ist schließlich ein Exportmarkt. Aber Pekings Interessen gehen weiter. Es will die europäische Politik beeinflussen, möchte nicht mehr kritisiert werden für seine Menschenrechtspolitik. Seine Finanzhilfe ist diesem Ziel förderlich. Dabei geht es einerseits um kleine Gesten: Serbien etwa, dessen Infrastruktur China großzügig finanziert, boykottierte im vergangenen Jahr die Zeremonie zur Übergabe des Friedensnobelpreises an einen chinesischen Dissidenten. Und andererseits um große Dinge: Die Haltung einzelner EU-Länder zur Aufhebung des Embargos für Waffenexporte nach China richtet sich in etwa nach dem Bedarf dieser Länder nach chinesischem Geld. Normalerweise würde man sagen: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. In der internationalen Politik aber wird auf diese Weise die politische Souveränität bedroht."
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