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Népszabadság - Ungarn | Samstag, 25. Juni 2011

Ákos Szilágyi über einen drohenden Kasernenkapitalismus

Angesichts der geringer werdenden Mittel für Sozialausgaben sieht der Essayist Ákos Szilágyi in der linksliberalen Zeitung Népszabadság einen Kasernenkapitalismus heraufdämmern: "Entweder die demokratisch gewählten Regierungen bauen das staatliche Wohlfahrtssystem ab, oder das System kommt durch Staatspleiten selbst zum Einsturz. Wenn die Regierungen daran gehen, die Wohlfahrtsausgaben drastisch zu kürzen und die Sozialsysteme zu demontieren, dann werden sie sich alsbald Demonstrationen und Streiks gegenübersehen. ... Wenn es der Gesellschaft gelingt, die politischen 'Konkursverwalter' des Wohlfahrtssystems zum Rückzug zu bewegen, dann geht dies zulasten der Leistungsfähigkeit der kapitalistischen Wirtschaft. Das führt dazu, dass die staatlichen Geldquellen versiegen und die Budgetlöcher wachsen. ... Wenn indes die 'Konkursverwalter' nicht bereit sind, klein beizugeben, wenn sie die Rationalität der kapitalistischen Wettbewerbswirtschaft den Konsumansprüchen der Bürger und den Interessen der Arbeitnehmer vorziehen, dann müssen sie zur Überwindung des gesellschaftlichen Widerstands ideologischen Zwang und administrative Gewalt anwenden. ... Einen solchen Kapitalismus nenne ich Kasernenkapitalismus."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 27. Juni 2011

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