Les Echos - Frankreich | Montag, 27. Juni 2011
Draghi ist gute Wahl als EZB-Chef
Die EU-Staats- und Regierungschefs haben am Freitag den italienischen Notenbankchef Mario Draghi als neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank nominiert. Die Wirtschaftszeitung Les Echos hält ihn für eine gute Wahl: "Der weiße Rauch ist noch nicht aufgestiegen, aber so gut wie. Die Europäische Zentralbank hat einen neuen Chef. Der Italiener Mario Draghi wird am 1. November Jean-Claude Trichet ablösen. So haben es die Staatschefs der europäischen Länder am Freitag beschlossen. Diese Entscheidung ist eine gute Neuigkeit. Zunächst einmal zeigt sie, dass Europas Regierungschefs noch dazu in der Lage sind, wichtige Beschlüsse zu fassen, bevor eine dringende Notwendigkeit dies unumgänglich macht. Auch wenn besagte Maßnahme von einem französischen Manöver begleitet wurde, das zwar gerechtfertigt war, aber doch etwas spät kam und dadurch brutal und wenig elegant wirkte: Die Franzosen versuchten, in der Chefetage der EZB einen für sie reservierten Posten herauszuholen. Trotzdem ist Draghis Ernennung auch deswegen eine gute Nachricht, weil der Mann unumstritten ist."
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