Jornal de Negócios - Portugal | Dienstag, 12. Juli 2011
Pedro Santos Guerreiro dankt Berlusconi für die neue Krise
Die sich abzeichnende Schuldenkrise in Italien ist eine Chance für die Euro-Zone, endlich ihre Probleme zu lösen, meint der Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Jornal de Negócios, Pedro Santos Guerreiro: "Es ist kein Sadismus, sondern Egoismus, was die Staaten machen, die sich von den krisengeschüttelten Ländern wie von Aussätzigen abwenden. ... Aber nun müssen die europäischen Politiker aufhören, sich wie Höhlenmenschen zu verhalten, und endlich die Probleme gemeinsam angehen. ... Niemand glaubt mehr an das bisherige Rettungsmodell. ... Weder der Markt, noch die Gläubiger oder Rating-Agenturen. Sie glauben an die Regierungschefs in Deutschland und Frankreich. Und Merkel spielt den Sócrates [portugiesischer Ex-Premier] Europas: durch Ablehnung in den Ruin. Daher der Zynismus: Danke, Berlusconi. Vielen Dank für Ihre Bockigkeit gegenüber einem glaubwürdigen Finanzminister, dessen möglicher Rücktritt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ins Rampenlicht gerückt hat. Gestern war ein schrecklicher Tag für die Märkte. ... Doch es wurde deutlich, dass es nicht möglich ist, Griechenlands, Portugals und Irlands Probleme zu verstecken. Denn Quarantäne schützt nicht vor Ansteckung."
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